Die Planung

Nach intensivem Studium der diversen Reiseführer und nach dem Lesen einiger Bücher von Pilgern, die diese Wege mit ihrem Pferd oder ihrem Hund  gegangen sind wurde schnell klar, dass das Hauptproblem bei diesem Vorhaben die angemessene Versorgung der Tiere sein würde. Für die Pferde ist im Herbst kaum noch etwas Essbares auf den Wiesen und Hunde sind generell in Spanien nicht gern gesehen und dürfen nicht in Pensionen und Restaurants mitgenommen werden. Es ist ok, wenn man für sich oder für eine_n Mitreiter_in beschließt für ca. sechs Wochen auf jeglichen Komfort zu verzichten, man hat ja die Wahl. Die Verantwortung für die Tiere bedeutet aber dass diese während solch einer Reise stets ordentlich und sicher untergebracht sind und regelmäßig ausreichend gefüttert werden.

Um das sicherzustellen mussten wir autark sein. Das heißt, es musste ein Fahrzeug mit Heu, Wasser und Kraftfutter für die Pferde und Futter für die Hunde mitgeführt werden. Außerdem würde es erforderlich sein bei den Pferden übernachten zu können, damit deren Sicherheit gewährleistet ist.

Das führte zu dem Entschluss auf das vorgesehene Zugfahrzeug für den Pferdeanhänger, ein 20Jahre alter Pickup,  -ein Dachzelt zu montieren. Das Raufutter könnte dann im Pferdeanhänger bzw. auf dem Pickup mitgeführt werden und Wasser und Kraftfutter  in 120 Liter Fässern auf der Ladefläche.

Da ich zunächst niemanden kannte, der/die uns für sechs lange Wochen als Fahrer_in zur Verfügung stehen würde wurde der Ritt zunächst nur für zwei Personen, zwei Pferde und einen (meinen) Hund geplant. Dazu hab ich mir eine Möglichkeit überlegt wie ich (Michael) zusammen mit meinem Freund (Hermann) diese Reise durchführen könnten.  Dabei entstand folgender geplanter Tagesablauf: Nach dem Abbrechen des Nachtlagers reitet einer von uns mit Handpferd auf dem Jakobsweg in Richtung Mittagsrast los. Der andere bringt den Pickup mit Pferdeanhänger auf der Straße zum Mittagsrastplatz (wenn möglich bei einem Cafe oder Gasthaus das direkt am Jakobsweg liegt) und lässt ihn dort stehen. Dann geht er zu Fuß auf dem Jakobsweg zurück und trifft nach ca. einer Stunde auf den Reiter mit seinem Pferd das als Handpferd mit geführt wurde. Gemeinsam reiten sie zur Mittagsrast und haben dort im Fahrzeug bzw. Pferdeanhänger alles um die Tiere optimal zu versorgen. Am Nachmittag wiederholt sich das Ganze nur dass die Aufgaben für Reiter und Fahrer vertauscht werden. Da Hermann spanisch spricht (ich so gut wie gar nicht) sollte er nachmittags den Pickup fahren damit er die Kontakte zu den Bauern/Bäuerinnen und Grundstückbesitzer_innen aufnehmen konnte um Übernachtungsplätze zu finden.

Für die Übernachtungen sollen soweit wie möglich Herbergen gewählt werden die auf eine Übernachtung von Pilgern zu Pferd eingerichtet sind. Alternativ können Herbergen gewählt werden die ein Stück Wiese oder eine ebene Fläche anbieten können, auf der ein Pferde Paddock aufgestellt werden kann. Falls nichts dergleichen zu finden ist, muss ein Nachtlager irgendwo im Freien gesucht und gefunden werden um dort den Paddock für die Pferde aufzubauen und bei den Pferden übernachten zu können. Wir haben dann mit vier Ausnahmen immer im Dachzelt bzw. Zelt übernachtet und bis auf die wenigen Male, als es richtig kalt war, hat uns das sehr gefallen. Manchmal konnten wir die Möglichkeiten nutzen, die eine Übernachtung in einer Pilgerstation bietet. (Waschmaschine und Trockner). Die meisten Übernachtungen fanden jedoch auf Gemeindeflächen bzw. auf Privatgrundstücken statt für die wir das Einverständnis der Besitzer einholen konnten. Ohne Spanisch Kenntnisse sind allerdings solche Befragungen von Einheimischen kaum möglich.

Nachdem mein Mitreiter Herman aus beruflichen Gründen kurz vor der geplanten Reise abgesagt hatte, kam ich sehr in Bedrängnis denn wie sollte ich jemanden finden der Spanisch spricht und etwa zwei Monate Zeit hat um mich auf diese Reise zu begleiten. Durch einen glücklichen Zufall erfuhr ich dass eine abenteuerlustige junge Dame (Candida) die fließend spanisch sprach und deren Studium erst Anfang 2016 beginnen sollte auf der Suche nach einem Ferienjob war. Außerdem war sie nebenbei auch noch Reiterin. Ich brauchte nicht lange zu argumentieren  und konnte Sie überzeugen dass diese Reise bestimmt ein interessantes Abenteuer sein würde. Candida erwies sich als Traumbesetzung für diesen Job. Die Zusammensetzung der Teilnehmenden, die sich größtenteils kaum oder gar nicht kannten, ermöglichte ein unvergessliches Erlebnis.

Ein weiteres kleines Wunder ergab sich als meine seit mehr als zehn Jahren von mir getrennt lebende Frau (Nora)  den Mut aufbrachte und mir mitteilte, sie würde uns gern zwei oder drei Wochen mit zwei von ihren Hunden (Franzi und Lorenz) begleiten. Ich hatte schon fast die Hoffnung aufgegeben, dass wir nochmal zusammen auf einen Wanderritt gehen könnten.

So kam es, dass wir zunächst zu dritt mit drei Hunden und zwei Pferden in Richtung Frankreich aufbrachen. Geplant war auch noch, dass ein Freund von Candida (Kevin) uns so um den 16 Oktober treffen und noch einige Wochen mit uns verbringen sollte. Da er Koch ist, wollte er uns auf dem letztem Teil der Reise bekochen.

 

 

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